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Maschinensicherheit

Alle Hersteller und Inverkehrbringer technischer Erzeugnisse in der EU müssen dafür Sorge tragen, dass ihre Produkte den Anforderungen der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG genügen – und zwar nicht nur die vollständigen Maschinen, sondern auch die so­genannten unvollständigen oder Teilmaschinen, die in der noch bis zum 28. Dezember 2009 gültigen Vorgängerrichtlinie 98/37/EG eher stiefmütterlich behandelt wurden. Diesbezüglich haben sich die Anforderungen an die Dokumentation verändert. Früher reichte eine Herstellererklärung, aus der hervorging, dass es sich um eine unvollständige Maschine handelt, die so nicht in Betrieb genommen werden darf. Seit Dezember 2009 muss in einer Einbauerklärung erläutert werden, welche Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der Richtlinie für die Teilmaschine gelten, und dass diese eingehalten wurden. Zusätzlich ist den Unterlagen zur Maschine eine Montageanleitung beizulegen.

Oft sind es Details, die es bei der Umsetzung der Richtlinie zu beachten gilt. So sollte die geforderte Originalbetriebsanleitung möglichst schlank gehalten und überflüssige Informationen weglassen werden, ansonsten läuft man Gefahr, diese bei fremdsprachigen Kunden auf eigene Kosten übersetzen lassen zu müssen. Das kann bei hochwertigen Maschinen auf Dauer ganz schön ins Geld gehen. Doch nicht nur intern bedeutet die Richtlinie einiges an Mehraufwand. Derzeit beschäftigen wir uns eingehend mit unseren Lieferanten, schließlich müssen auch deren Produkte den Vorgaben der Richtlinie entsprechen.

Laut EU-Kommission hat die überarbeitete Maschinenrichtlinie vor allem zum Ziel, „die bewährten Bestandteile der aktuellen Richtlinie zu konsolidieren und die praktische Anwendung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen zu fördern.“ Radikale Änderungen müssen Maschinenbauer, die sich mit der derzeit gültigen Maschinenrichtlinie intensiv befasst haben, also nicht befürchten. Dennoch benötigen auch diese einen gewissen zeitlichen Vorlauf, um zu prüfen, was sich für sie speziell geändert hat und um die Vielzahl der neuen Detailänderungen umzusetzen. Schließlich lassen sich beispielsweise EG-Baumusterprüfbescheinigungen und Konformitätserklärungen nicht von heute auf morgen anpassen. Und auch die Erstellung der neuerdings geforderten Risikobeurteilung, die Firmen anstelle der Gefahrenanalyse erbringen müssen, braucht Zeit. Abgesehen davon, dass diese künftig die Basis für die Konstruktion einer Maschine bilden sollte.